Während der Berlinale war Nicole Holofceners Geschichte über zwei New Yorker-Familien eine lustige Abwechslung von einem Festival voller, teils dröger, Ernsthaftigkeiten. Im Rückblick erscheint die Woody-Allen-eske Komödie noch witziger: Meine Kritik zum Sonntagnachmittag-Spaß für die ganze Familie ist nun in der Raveline erschienen:
Wie viel Wohltätigkeit ist zu viel des Guten? Dieser Frage geht Nicole Holofcener in ihrer Komödie „Please Give“ auf unterhaltsame und einleuchtende Weise nach. Die Geschichte von Kate (Keener), die zusammen mit ihrem Mann Alex (Platt) ein Möbelgeschäft in New York betreibt und ein schlechtes Gewissen hat, weil sie die Möbel oft den Kindern Verstorbener zu Spottpreisen abluchst, mutet an wie ein Woody-Allen-Film – ohne dessen Umständlichkeiten. Kate versucht das schlechte Gefühl in der Magengegend, das ihr einträglicher Job ihr bereitet, durch exzessives Mehr…
Meine Magisterarbeit ist abgegeben. Nun ist es Zeit für eine Belohnung: Mit leichter Verspätung bin ich gestern auf der Berlinale 2010 angekommen und freue mich auf einen Urlaub im Kino nach der stressigen Magisterarbeit. Natürlich muss ich auch ein bisschen arbeiten. Aber nach Monaten eher stillosen, wissenschaftlichen Schreibens (Vermeiden Sie journalistischen Stil in ihrer Examensarbeit!) kommt mir auch das wie eine Erholung vor.
Mein Programm für die 60. Berlinale ist mit drei Filmen pro Tag und nur drei Deadlines sehr viel entspannter als letztes Jahr. Im Folgenden einen Liste mit Filmen, Mehr…
Der Berlinale ist vorbei und viele der gezeigten Filme kommen bald ins Kino. Zeit, mal eine ausführlichere Bestandsaufnahme der Filme zu machen, die ich auf der 59. Berlinale gesehen habe:
Tragik, Amüsement und Melancholie – das sind die drei Pfeiler, auf die “The Private Lives of Pippa Lee” sich stützt. Doch welche Säule nun die Tragende ist, da scheint sich Regisseurin Rebecca Miller nicht entscheiden zu können. Die Tochter des Schriftstellers Arthur Miller beweist zwar ein gutes Gespür für der Inszenierung der unterschiedlichen Klangfarben der emotionalen Buchvorlage, aber da sie den Roman selbst verfasst hat, ist dieses Verständnis des Stoffes vorauszusetzen. Leider hat die filmische Umsetzung keinen roten Faden und so verblassen auch die schönsten Filmmomente zu einem blassrosa Brei, der sich jeglicher Definition entzieht.
Das Star-Aufgebot, bestehend aus Keanu Reeves, Robin Wright Penn, Julianne Moore, Alan Arkin, Winona Ryder und “Gossip Girl”Blake Lively, sorgt jedoch dafür, dass der Unterhaltungswert von ”The Private Lives of Pippa Lee“ trotz dieser Schwächen sehr hoch ist. Einige witzige Momente zeugen vom wirklichen Können Millers, doch die 46-Jährige schöpft ihr Potential niemals voll aus. Die Regie bei der Verfilmung des eigenen Buches zu führen und dazu noch das Drehbuch zu schreiben, war wahrscheinlich nicht die beste aller Ideen von Multitalent Miller. Die Ehefrau von Daniel Day-Lewis ist nicht nur Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Regisseurin, sondern auch noch Schauspielerin, Bildhauerin, und Malerin. Hätte Miller etwas weniger gewollt und sich auf einzelne Aspekte von ”The Private Lives of Pippa Lee“ stärker konzentriert, es wäre vielleicht die beste Komödie des Jahres geworden. Angesichts dessen, was letztendlich herausgekommen ist, kann man sich nur in Platitüden flüchten: Weniger wäre einfach mehr gewesen. ”The Private Lives of Pippa Lee“ hat noch keinen Starttermin, soll aber in 2009 ins Kino kommen.
5 von 10
Bericht über den Berlinale-Wettbewerbstag mit Pippa Lee Bildern und Inhaltszusammenfassung
Die Autorin liest aus der Buchvorlage zu Pippa Lee
Der Berlinale ist vorbei und viele der gezeigten Filme kommen bald ins Kino. Zeit, mal eine ausführlichere Bestandsaufnahme der Filme zu machen, die ich auf der 59. Berlinale gesehen habe:
Nach Ansehen des Trailers hatte ich große Erwartungen an Mammoth. Das Thema war interessant, Musik und Bilder schick und stimmig sowie die Hauptdarsteller Gael Garcia Bernal (Amores Perros,Babel) und Michelle Williams (Brokeback Mountain, Dawsons Creek) keineswegs untalentiert. Doch die Buh-Rufe im Berlinalepalast nach dem Screening von Lukas Modyssoons Drama waren leider nicht unberechtigt. Regisseur Moodyssoon, der auch das Drehbuch schrieb, scheint seine Story nicht wirklich durchdacht zu haben. Thematisch surft der 40-Jährige auf der Globalisierungs-Welle á la Babel, wobei die überbordende Sentimentalität des Drehbuch kaum emotionalen Wellengang beim Zuschauer erzeugen kann.
Auch die guten Schauspieler können dieses Manko so gut wie nie ausgleichen. Zu keinem Zeitpunkt kann oder will man sich mit den Protagonisten identifizieren. Die Darsteller wirken verloren in der kitschigen Mär, die sich dazu anschickt, familiäre Werte hochzuhalten. Selbst der coole Indie-Elektro der britischen Band Ladytron klingt im Film nicht mehr so schick, wie im Trailer, da der Sound in einer solchen Lautstärke und Frequenz aus den Surround-Sound-Boxen dröhnt, dass man sich geradezu attackiert fühlt. Einen tieferen Sinn scheint dieser Musikeinsatz jedoch nicht haben. Trotz all dieser Schwächen wird “Mammoth” aller Wahrscheinlichkeit nach im Laufe des Jahres in die deutschen Kinos kommen. Der Trailer macht Lust auf mehr, aber für viele dürfte diese Lust sich nach einigen Filmminuten in Frust wandeln.